
»Ich möchte gern mit einer klaren Stimme sprechen«, diesen Satz höre ich öfter. Beim Nachfragen merke ich dann meistens, dass eigentlich die deutliche Aussprache gemeint ist.
Wenn ich ein Seminar leite, frage ich zu Beginn, warum sich die Menschen für das Thema interessieren. Dann erlebe ich eines immer wieder: Begriffe aus dem Bereich der mündlichen Kommunikation werden vermischt, obwohl sie ganz unterschiedliche Ebenen beschreiben. In diesem Beitrag versuche ich, etwas Ordnung hinein zu bringen. Das hilft nicht nur beim Verständnis, sondern auch dabei herauszufinden, welches Training – Rhetorik oder Aussprache – tatsächlich zu Ihrem Anliegen passt.
Rhetorik ist im klassischen Verständnis die Kunst der Rede. Es ist zudem der Oberbegriff für alles, was dazugehört, wenn wir mündlich kommunizieren, um zu wirken, zu informieren oder zu überzeugen. Sie umfasst sowohl die inhaltliche Seite (Argumentation, Aufbau einer Rede, Gesprächsführung) als auch die Ausführungsebene: wie etwas gesagt wird und wie eine Person dabei wirkt.
Wer an Aufbau, Argumentation oder Wirkung einer Rede insgesamt arbeiten möchte, oder sich im Gespräch mit einer oder mehreren Personen sicherer fühlen möchte, ist im Rhetoriktraining gut aufgehoben.
Die Stimme ist das Werkzeug, mit dem wir sprechen – erzeugt durch Atmung, Kehlkopf, Körper und Resonanzräume. Wenn wir über Stimme sprechen, geht es um Tonhöhe, Lautstärke, Klangfarbe, Belastbarkeit, Modulation und Stimmsenkungen. Eine Frage wie »Klingt meine Stimme monoton oder lebendig?« betrifft die Stimme, nicht, was oder wie deutlich gesprochen wird, sondern wie es klingt.
Auch damit beschäftigen wir uns im Rhetoriktraining.
Aussprache bezeichnet, wie die Laute einer Sprache realisiert werden, etwa ob ein <r> gerollt oder als Reibelaut gesprochen wird, wie Vokallängen gesetzt werden (Miete oder Mitte) oder wie stark ein regionaler oder fremdsprachlicher Akzent hörbar ist. Aussprache ist also eng an die jeweilige Sprache und ihre Normen gebunden. Wer »falsch betont« (AusSPRAche anstelle von AUSsprache) oder Laute anders bildet als im Standarddeutschen üblich, hat kein Stimmproblem und braucht kein Rhetoriktraining. Es geht um eine Aussprachebesonderheit, die im individuellen Aussprachetraining zum Tragen kommt.
(Im Alltag wird oft auch von »Artikulation« gesprochen, wenn Aussprache gemeint ist. Die Begriffe werden weitgehend synonym verwendet.)
Bewegungen mit dem Körper, den Händen und dem Gesicht bezeichnen wir umgangssprachlich als Körpersprache. Wenn wir es genau und wissenschaftlich betrachten, kann man dieses Feld nochmal in Körpersprache und Körperausdruck unterscheiden.
Körpersprache wird in Fachkreisen dann verwendet, wenn es eine feste Bedeutung für eine Bewegung gibt, z. B. ein Kopfnicken für ein »Ja« (zumindest in vielen Regionen der Erde). Von Körperausdruck sprechen wir dann, wenn die Bedeutung nicht feststeht und bestimmte Bewegungen interpretiert werden können, wie z. B. das Hochziehen von Augenbrauen.
Zum Körperausdruck als Oberbegriff für das gesamte nonverbale Ausdrucksverhalten gehören insbesondere diese Begriffe:
Diese drei Ebenen wirken immer zusammen und werden von Zuhörenden meist unbewusst, aber sehr genau wahrgenommen, oft schneller und nachhaltiger als der gesprochene Inhalt.
Auch mit diesen Ebenen beschäftigen wir uns im Rhetoriktraining.
Wer sich genauer dafür interessiert, kann der Sprechwissenschaftlerin und Expertin für nonverbale Kommunikation Christa Heilmann im Podcast »Sprechwissenschaft – Sprechen. Schafft. Wissen.« zuhören: Siehst du etwas, das ich nicht weiß?
Wer »an der Stimme« arbeiten möchte, obwohl eigentlich die Aussprache undeutlich ist, übt am falschen Hebel. Wer die Körperhaltung korrigieren will, obwohl sich die eigentliche Unsicherheit in fehlender Gestik zeigt, verpasst den Ansatzpunkt. Eine präzise Begriffswahl ist deshalb keine akademische Spitzfindigkeit, sondern die Voraussetzung dafür, im Training gezielt an der richtigen Stelle anzusetzen.
Darum führe ich vor jedem Einzeltraining ein Vorgespräch, damit ich gezielt nachfragen kann und nicht am Thema vorbei arbeite. Ob eher ein Rhetorik- oder Aussprachetraining zu Ihrem Anliegen passt, finden wir im Gespräch heraus. Sie müssen diese Begriffe also nicht klar voneinander trennen, aber vielleicht fällt es Ihnen nach dem Lesen dieses Beitrags leichter 😉.
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Wenn ich ein Seminar leite, frage ich zu Beginn, warum sich die Menschen für das Thema interessieren. Dann erlebe ich eines immer wieder: Begriffe aus dem Bereich der mündlichen Kommunikation werden vermischt, obwohl sie ganz unterschiedliche Ebenen beschreiben. In diesem Beitrag versuche ich, etwas Ordnung hinein zu bringen. Das hilft nicht nur beim Verständnis, sondern auch dabei herauszufinden, welches Training – Rhetorik oder Aussprache – tatsächlich zu Ihrem Anliegen passt.
Rhetorik ist im klassischen Verständnis die Kunst der Rede. Es ist zudem der Oberbegriff für alles, was dazugehört, wenn wir mündlich kommunizieren, um zu wirken, zu informieren oder zu überzeugen. Sie umfasst sowohl die inhaltliche Seite (Argumentation, Aufbau einer Rede, Gesprächsführung) als auch die Ausführungsebene: wie etwas gesagt wird und wie eine Person dabei wirkt.
Wer an Aufbau, Argumentation oder Wirkung einer Rede insgesamt arbeiten möchte, oder sich im Gespräch mit einer oder mehreren Personen sicherer fühlen möchte, ist im Rhetoriktraining gut aufgehoben.
Die Stimme ist das Werkzeug, mit dem wir sprechen – erzeugt durch Atmung, Kehlkopf, Körper und Resonanzräume. Wenn wir über Stimme sprechen, geht es um Tonhöhe, Lautstärke, Klangfarbe, Belastbarkeit, Modulation und Stimmsenkungen. Eine Frage wie »Klingt meine Stimme monoton oder lebendig?« betrifft die Stimme, nicht, was oder wie deutlich gesprochen wird, sondern wie es klingt.
Auch damit beschäftigen wir uns im Rhetoriktraining.
Aussprache bezeichnet, wie die Laute einer Sprache realisiert werden, etwa ob ein <r> gerollt oder als Reibelaut gesprochen wird, wie Vokallängen gesetzt werden (Miete oder Mitte) oder wie stark ein regionaler oder fremdsprachlicher Akzent hörbar ist. Aussprache ist also eng an die jeweilige Sprache und ihre Normen gebunden. Wer »falsch betont« (AusSPRAche anstelle von AUSsprache) oder Laute anders bildet als im Standarddeutschen üblich, hat kein Stimmproblem und braucht kein Rhetoriktraining. Es geht um eine Aussprachebesonderheit, die im individuellen Aussprachetraining zum Tragen kommt.
(Im Alltag wird oft auch von »Artikulation« gesprochen, wenn Aussprache gemeint ist. Die Begriffe werden weitgehend synonym verwendet.)
Bewegungen mit dem Körper, den Händen und dem Gesicht bezeichnen wir umgangssprachlich als Körpersprache. Wenn wir es genau und wissenschaftlich betrachten, kann man dieses Feld nochmal in Körpersprache und Körperausdruck unterscheiden.
Körpersprache wird in Fachkreisen dann verwendet, wenn es eine feste Bedeutung für eine Bewegung gibt, z. B. ein Kopfnicken für ein »Ja« (zumindest in vielen Regionen der Erde). Von Körperausdruck sprechen wir dann, wenn die Bedeutung nicht feststeht und bestimmte Bewegungen interpretiert werden können, wie z. B. das Hochziehen von Augenbrauen.
Zum Körperausdruck als Oberbegriff für das gesamte nonverbale Ausdrucksverhalten gehören insbesondere diese Begriffe:
Diese drei Ebenen wirken immer zusammen und werden von Zuhörenden meist unbewusst, aber sehr genau wahrgenommen, oft schneller und nachhaltiger als der gesprochene Inhalt.
Auch mit diesen Ebenen beschäftigen wir uns im Rhetoriktraining.
Wer sich genauer dafür interessiert, kann der Sprechwissenschaftlerin und Expertin für nonverbale Kommunikation Christa Heilmann im Podcast »Sprechwissenschaft – Sprechen. Schafft. Wissen.« zuhören: Siehst du etwas, das ich nicht weiß?
Wer »an der Stimme« arbeiten möchte, obwohl eigentlich die Aussprache undeutlich ist, übt am falschen Hebel. Wer die Körperhaltung korrigieren will, obwohl sich die eigentliche Unsicherheit in fehlender Gestik zeigt, verpasst den Ansatzpunkt. Eine präzise Begriffswahl ist deshalb keine akademische Spitzfindigkeit, sondern die Voraussetzung dafür, im Training gezielt an der richtigen Stelle anzusetzen.
Darum führe ich vor jedem Einzeltraining ein Vorgespräch, damit ich gezielt nachfragen kann und nicht am Thema vorbei arbeite. Ob eher ein Rhetorik- oder Aussprachetraining zu Ihrem Anliegen passt, finden wir im Gespräch heraus. Sie müssen diese Begriffe also nicht klar voneinander trennen, aber vielleicht fällt es Ihnen nach dem Lesen dieses Beitrags leichter 😉.
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